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Abschattung
Die durch umgebende Bebauung oder Vegetation geworfenen Schatten führen zu Ertragseinbußen von Solarwärmeanlagen.
Empfänger der Solarstrahlung, geschwärzt oder mit einer --> selektiven Beschichtung und mit einem integrierten Rohrsystem versehen. Auf der Oberfläche wird die Strahlung der Sonne in Wärme umgesetzt und an ein --> Wärmeträgermedium (Wasser-Frostschutzmittel-Gemisch) übertragen.
Absorptionsgrad (α), gibt den Anteil der auf eine Fläche treffenden Strahlung an, der in Wärme umgesetzt wird.
Glasfläche eines --> Kollektors, durch die die Solarstrahlung eintreten kann. Die Aperturfläche ist die Bezugsgröße für den Kollektor-Wirkungsgrad nach DIN 4757.
Amortisationszeit
Zeit, in der z. B. eine Solarwärmeanlage durch Energiekosteneinsparung die Investitionskosten wieder erwirtschaftet. Die Amortisationszeit ist in diesem Fall abhängig von den Kosten der (eingesparten) konventionellen Energie und der Laufzeit, den Investitionskosten sowie dem Jahresenergieertrag der Anlage. Die Amortisationszeit ist nicht zu verwechseln mit der --> Energierücklaufzeit.
Azimut (Sonnenazimut, Azimutwinkel)
Der Winkel zwischen der geografischen Südrichtung und der senkrechten Projektion der Strecke Beobachter – Sonne auf die Horizontale.
Leistungsdichte der auf eine Fläche auftreffenden Solarstrahlung in W/m².
Brennstoffeinsparung
Bei einer Kollektoranlage ist die Einsparung an Brennstoff höher als der --> Solarertrag. Jeder Heizkessel weist bei der Warmwasserbereitung Verluste auf, d. h. die --> Energie des Brennstoffs kann nur zum Teil zur Wassererwärmung genutzt werden und der --> Nutzungsgrad des Kessels liegt somit unter 100%.
Bei modernen Heizkesseln liegt der durchschnittliche Nutzungsgrad für die Zeiten, in denen die Solaranlage Erträge liefert, bei rund 80 %, so dass eine --> Kilowattstunde nutzbare Solarwärme 1 kWh/0.8 = 1.25 kWh Brennstoff ersetzt. Für andere Energiearten (Strom, Fernwärme) ergeben sich – je nach Art der Einkopplung – unterschiedliche Nutzungsgrade, die meist höher liegen.
CO2-Minderung
Die von einer Solaranlage vermiedene Menge an Kohlendioxid (CO2) hängt vom ersetzten Brennstoff (Gas, Heizöl, Kohle) bzw. von der eingesetzten konventionellen Energie (Strom, Fernwärme) ab und ist proportional zu der Einsparung an Brennstoff bzw. Energie. Die Multiplikation der Einsparung mit dem so genannten Emissionsfaktor (Einheit kg CO2 pro kWh Brennstoffeinsparung bzw. Tonne CO2 pro MWh) liefert den vermiedenen CO2-Ausstoß. Die CO2-Minderung ist ein Maß für den Beitrag zum Klimaschutz, den eine Solaranlage leistet.
Die auf der Erdoberfläche empfangene Sonnenstrahlung teilt sich in einen direkten und einen diffusen Anteil auf. Diffuse Strahlung ist all die Strahlung, die nicht auf geometrisch geradlinigem Weg von der Sonne auf den Beobachtungspunkt fällt, sondern z. B. durch die Bestandteile der Atmosphäre gestreut oder reflektiert wurde. --> direkte Strahlung.
Sonnenstrahlung, die auf direktem Weg von der Sonne die Erdoberfläche erreicht. Zur direkten Solarstrahlung addiert sich die --> diffuse Strahlung.
Eigensicherheit
Gemäß DIN 4757 bedeutet Eigensicherheit bei Kollektoranlagen, dass es bei normalen Betriebszuständen nicht zu Störfällen kommt, deren Behebung über den üblichen Bedienungsaufwand hinausgeht. Eine Kollektoranlage darf sich z. B. bei Überhitzung (Stillstand der Pumpe) nicht über das Sicherheitsventil entleeren.
Emissionsgrad (ε)
Kenngröße für die Energieverluste durch die Abstrahlung von Infrarotstrahlung (Wärmestrahlung). Ein Emissionsgrad von 0,12 besagt, dass 12% der in Wärme umgewandelten Sonnenenergie wieder abgestrahlt werden.
Energie, die vom Verbraucher (z. B. Haushalt) zum Zwecke der weiteren Umwandlung und Nutzung bezogen und eingesetzt wird. Die Endenergie kann --> Sekundärenergie (z. B. Heizöl, Fernwärme, Elektrizität) oder --> Primärenergie (z. B. Erdgas) sein.
Fähigkeit eines Körpers, eine äußere Wirkung hervorzurufen, die in verschiedenen Formen auftreten kann: als elektrische Energie, mechanische Arbeit oder Wärmeenergie. Energie wird in unterschiedlichen Einheiten angegeben, z. B. als Kilowattstunde (kWh) oder Joule (J). Ein Joule ist eine Wattsekunde (Ws).
1 kWh = 1.000 Wh = 3.600.000 Ws.
Die Zeit, die eine Solarwärmeanlage braucht, um die bei der Herstellung benötigte Energie zu erzeugen. Sie beträgt bei Solarwärmeanlagen i. d. R. weniger als zwei Jahre.
Ertrag
Die Wärmemenge, die an einer bestimmten Stelle einer Kollektoranlage an den nachfolgenden Rohrkreislauf oder Speicher übergeben wird. Erträge werden meist als Summen über einen Tag, einen Monat oder ein Jahr angegeben. Sogenannte spezifische Werte beziehen sich auf die Kollektorfläche. Maßgebliche Kollektorfläche ist nicht die Bruttofläche, sondern die energetisch wirksame --> Aperturfläche. Diese Fläche wird von allen Herstellern angegeben und ist in DIN 4757 bzw. in EN 12975 einheitlich für alle --> Kollektoren definiert.
Globalstrahlung
Summe aus --> direkter Sonnenstrahlung und --> diffuser Himmelsstrahlung auf die Horizontale. Die Erdatmosphäre verringert die Strahlungsleistung der extraterrestrischen Solarstrahlung (--> Solarkonstante) durch Absorption, Reflexion und Streuung, so dass sich die Bestrahlungsstärke auf der Erdoberfläche in unseren Breiten auf ca. 1.000 W/m² (Sommer, klarer Himmel, Mittagszeit) verringert. Das Sonnenenergieangebot schwankt in Abhängigkeit von meteorologischen Bedingungen und astronomischen Gesetzmäßigkeiten (die u. a. den jahreszeitlichen Verlauf bestimmen).
Die mittlere Jahressumme der Globalstrahlung auf eine horizontale Empfangsfläche beträgt z. B. in der Region Hannover etwa 1.000 kWh/(m² · α). Das entspricht dem Energieinhalt von 100 Litern Heizöl oder 100 m³ Gas.
Heatpipe
Vakuumröhren-Technik, bei der die Wärme des --> Absorbers über ein geschlossenes Wärmerohr aus der Glasröhre herausgeführt und über eine nasse oder trockene Anbindung an das --> Wärmeträgermedium abgegeben wird.
Hysterese
Unterschied zwischen der Einschalt- und Ausschalt-Temperaturdifferenz einer --> Temperaturdifferenz-Regelung.
Kilowattstunde (Abk. kWh)
Maßeinheit der Energie (1 kWh = 1.000 Wh).
Elementares Bauteil einer Kollektoranlage, das die Solarstrahlung möglichst effizient in Wärme umwandeln soll. Diese wird durch ein --> Wärmeträgermedium aufgenommen, transportiert und mittels eines Wärmetauschers an einen Speicher abgegeben. Ein Flachkollektor besteht aus einem gut wärmegedämmten Gehäuse, in dem ein --> Absorber liegt. Das Gehäuse wird mit einer Scheibe aus Solarglas abgedeckt.
Kollektorkreis (Solarkreis),
Kreislauf zwischen Kollektor und Speicher einer Kollektoranlage, bestehend aus --> Kollektor, Verrohrung, Wärmetauscher und Pumpe sowie Sicherheitseinrichtungen.
Diejenige Wärmemenge, die aus dem --> Kollektorkreis an den Solarspeicher abgegeben wird. Meist wird ein spezifischer Kollektorkreisertrag angegeben. Für eine Flachkollektoranlage ist ein jährlicher Kollektorkreisertrag von mehr als 400 kWh/(m² · a) ein gutes Ergebnis; Spitzenergebnisse für Großanlagen liegen oberhalb von 500 kWh/(m² · a).
k-Wert
Wärmeverlustkoeffizient, der die konstruktiv bedingten Wärmeverluste eines --> Kollektors angibt. Er beschreibt u. a. die Güte der Wärmedämmung des Kollektors. Je kleiner der k-Wert, desto geringer die Wärmeverluste. Die Maßeinheit des k-Werts ist W/(m² · k).
Leistung
die pro Zeiteinheit verbrauchte oder zur Verfügung gestellte --> Energie. Die Maßeinheit der Leistung ist Watt (W) bzw. Kilowatt (kW). 1 kW = 1.000 W = 1.000 J/s.
Low-flow-Betrieb, verringerter Durchfluss im --> Kollektorkreis mit stärkerer Erwärmung des --> Wärmeträgermediums als im Normaldurchfluss.
Neigungswinkel
Winkel zwischen einer geneigten Empfangsebene und der Horizontalen. Je nach Breitengrad des Aufstellungsortes einer Solaranlage gibt es unterschiedliche optimale Neigungswinkel
Energie, die nach Umwandlung von --> Endenergie (z. B. im Heizkessel) zur Nutzung in Form von Wärme (Warmwasser), Licht, Kraft usw. zur Verfügung steht.
Nutzungsgrad Nachheizung, drückt aus, welchen Anteil des Brennstoffs ein Heizkessel zur Nachheizung einer solarthermischen Anlage durchschnittlich in nutzbare Wärme umsetzen kann. Da ein Heizkessel Verluste aufweist, kann die im Brennstoff (Gas, Öl) enthaltene --> Energie nicht vollständig in nutzbare Wärme umgesetzt werden. Der N. für Warmwasserbereitung in der heizungsfreien Zeit liegt meist deutlich unter dem während der Heizperiode. Moderne Kesselanlagen erreichen N. von über 80 % (z. B. im Sommer 65% und im Winter 95 %).
Nutzungsgrad Solaranlage
Verhältnis von Output zu Input einer Kollektoranlage während eines längeren Zeitraums (z. B. ein Monat oder ein Jahr). Bei solarthermischen Anlagen gibt der Nutzungsgrad an, wie effizient die Strahlungsenergie in Wärme umgesetzt wird. Der Nutzungsgrad Solaranlage des --> Kollektorkreises berechnet sich als Verhältnis von --> Kollektorkreisertrag zu Einstrahlungssumme. Der sogenannte --> Systemnutzungsgrad gibt das Verhältnis von --> Solarertrag zu Einstrahlungssumme an. Kleine Solaranlagen im Einfamilienhausbereich erreichen Nutzungsgrade von rund 30 %, größere Kollektoranlagen erzielen Nutzungsgrade von über 40 %.
Optischer Wirkungsgrad (η)0 = τ · α)
Produkt aus dem --> Transmissionsgrad der Glasabdeckung und dem
--> Absorptionsgrad der Absorberoberfläche. Der optische Wirkungsgrad gibt an, welcher Anteil der auf den --> Kollektor fallenden Strahlung am --> Absorber in Wärme umgewandelt werden kann.
Photovoltaik (Abk. PV), ist die Technik, mit deren Hilfe Sonnenenergie in elektrische Energie umgewandelt wird.
Aus einer natürlichen Quelle gewinnbare Energie in Form von Erdöl, Kohle, Erdgas, Wasserkraft, Solarstrahlung usw. Teilweise lassen sich Primärenergieträger direkt beim Endverbraucher einsetzen. Zum überwiegenden Teil wird Primärenergie jedoch zunächst in --> Sekundärenergie umgewandelt.
Primärkreis (--> Kollektorkreis), ist der erste Rohrkreislauf von der Wärmequelle (--> Kollektor) aus gesehen.
Reflexionsverlust
Strahlung, die z. B. von der Oberfläche eines Kollektors reflektiert wird und damit nicht mehr zur Wärmeerzeugung beitragen kann.
Sekundärenergie, entsteht durch Umwandlung aus --> Primärenergie, z. B. wird aus Erdöl Benzin, Dieselkraftstoff oder Heizöl, aus Kohle werden Koks oder Briketts.
Spezielle Beschichtung auf dem --> Absorber eines --> Kollektors, die die auftreffende (kurzwellige) Solarstrahlung nahezu vollständig absorbiert und gleichzeitig die mit zunehmender Temperatur ansteigenden Strahlungsverluste durch Abstrahlung (Emission) der (langwelligen) Wärmestrahlung reduziert.
Solarenergie, im engeren Sinne die Energie, die von der Sonne in Form von Photonen zur Erde gelangt.
Solarer Deckungsgrad, gibt an, welcher Anteil der --> Nutzenergie durch die Sonnenenergie gedeckt wird.
Solarertrag, gibt die nutzbare solare Wärme an, d. h. die Wärme, die nach Abzug aller thermischen Verluste der Kollektoranlage als Wärme aus dem Speicher genutzt werden kann.
Leistungsdichte der Solarstrahlung am äußeren Rand der Erdatmosphäre. Die Solarkonstante hat einen Wert von ca. 1.370 W/m².
Solarthermie
Nutzung der Sonnenenergie zur direkten Erzeugung von Wärme. Der entsprechende Energiewandler wird --> Kollektor genannt.
Sonnenhöhe (Sonnenhöhenwinkel)
Vom Beobachter aus betrachteter Winkel zwischen dem Sonnenmittelpunkt und dem Horizont.
Stagnationstemperatur (Stillstandstemperatur)
Von Bestrahlungsstärke und Umgebungstemperatur abhängige Temperatur im --> Kollektor, die an der wärmsten Stelle des --> Absorbers auftritt, wenn ihm keine Wärme entzogen wird (Anlagenstillstand). Die gesamte absorbierte Strahlungsleistung wird nur in Wärmeverluste umgesetzt, da keine Nutzenergie entnommen wird (Gleichgewicht von Energiegewinn und -verlust bei stagnierender Temperatur).
Standardtestbedingungen
Genormte Bedingungen für die Ermittlung der Nennleistung
Effizienz der gesamten Solaranlage über einen längeren Zeitraum, d. h. Verhältnis von Solarertrag zu Einstrahlungssumme. Bei Kollektoranlagen gibt der S. an, wie effizient die Strahlungsenergie in Wärme umgesetzt wird. Überdimensionierte Kollektoranlagen haben einen hohen --> solaren Deckungsanteil, wegen nicht nutzbarer Überschüsse im Sommer jedoch einen vergleichsweise geringen Systemnutzungsgrad.
Temperaturdifferenz-Regelung, steuert den Wärmetransport vom --> Kollektor zum Speicher durch An- und Abschalten der Kollektorpumpe. Das Steuersignal ist die Differenz der Temperaturen am Kollektorauslass und im unteren Speicherbereich.
Transmissionsgrad (τ), beschreibt die Durchlässigkeit einer transparenten Abdeckung (Glasscheibe). Durch Reflexion an den Glasoberflächen und Absorption beim Durchgang durch das Glasmaterial erreicht ein Teil der einfallenden Strahlung nicht die darunter liegende Absorberfläche.
Viskosität, ist die Zähflüssigkeit des --> Wärmeträgermediums Wasser-Glykol und hängt stark von dessen Konzentration und Temperatur ab.
Wärmegestehungskosten, sind der Preis einer solarthermisch erzeugten Kilowattstunde (kWh) und errechnen sich aus dem Verhältnis von Investitions-, Kapital- und Betriebskosten zu den Energieerträgen während der Lebensdauer.
Flüssigkeit im --> Kollektorkreis einer Solaranlage, die die Wärme vom --> Kollektor zum Speicher transportiert. Das Wärmeträgermedium ist in der Regel ein Gemisch aus Wasser und Glykol, um Frostschutz zu gewährleisten.
Wirkungsgrad, der Wirkungsgrad η (sprich: eta) eines --> Kollektors ist definiert als das Verhältnis von Wärmeleistung des Kollektors (Output) zu --> Bestrahlungsstärke in Kollektorebene (Input). Der Kollektorwirkungsgrad ist nur einer von mehreren Faktoren, die die Effizienz einer Solaranlage beeinflussen.
1. Was ist Solarenergie?
In der Sonne wird bei der Umwandlung von Wasserstoff in Helium Strahlungsenergie frei (Kernfusion), die als Licht und Wärme zur Verfügung steht. Ohne diese Energie könnte kein Leben auf der Erde existieren. Die Sonne strahlt stündlich mehr Energie auf die Erde als die gesamte Weltbevölkerung in einem Jahr verbraucht.
2. Was ist Solarwärme?
Als Solarwärme wird normalerweise die Technik bezeichnet, mit der Wasser durch Sonnenenergie erwärmt wird. Der Fachbegriff lautet Solarthermie (griechisch: Thermie = Wärme). Solarthermie kann jedoch auch dazu genutzt werden warme Luft oder sogar Kälte zu erzeugen.
3. Wie ist eine Solarwärmeanlage aufgebaut?
Solarwärmeanlagen bestehen üblicherweise aus einem Sonnenkollektor, einer Regeleinheit mit Pumpe und einem gut gedämmten Warmwasserspeicher. Im Kollektor sammeln besonders beschichtete Absorberbleche die Solarenergie (lateinisch: Kollektor = Sammler). Unter den Blechen sind Kupferrohre befestigt, durch die eine Wärmeträgerflüssigkeit fließt. Die Regeleinheit mit der Pumpe sorgt dafür, dass die Wärme abtransportiert wird. Im Speicher wird die Wärme dann durch einen Wärmetauscher an das Speicherwasser abgegeben. So steht das warme Wasser auch nachts oder an Regentagen zur Verfügung.
4. Welchen Nutzen hat eine Solarwärmeanlage für die Umwelt?
Solarenergie ersetzt konventionelle Energieträger wie Öl, Gas, Kohle, Uran und vermindert Umweltbelastungen durch CO2-Emissionen (Treibhauseffekt) und sonstige Abgase (z. B. saurer Regen). Im Vergleich zur elektrischen Warmwasserbereitung kann eine 6 qm große Solarwärmeanlage jährlich bis zu 1.500 kg CO2 einsparen. Kostbare Bodenschätze stehen dadurch auch künftig für bessere Zwecke als die der bloßen Verbrennung zur Verfügung. Als dezentrale Energiequelle entfallen bei der Solartechnik sowohl Kosten als auch Risiken von Transporten (Öltanker, Pipelines, Castor-Transporte).
5. Ist mein Haus für eine Solarwärmeanlage geeignet?
Eine zwischen Südost und Südwest ausgerichtete Dachfläche mit einer Neigung von 20° bis 60° ist am besten geeignet. Pro Person braucht man hier für die Trinkwasser-Erwärmung 1 bis 1,5 qm Kollektorfläche. Aber auch auf einer West- oder Ostseite kann mit einer vergrößerten Kollektorfläche der gleiche Energieertrag erzielt werden. Flachdächer eignen sich ebenfalls gut und auch eine Aufstellung im Garten oder eine Wandmontage sind möglich. Der Speicher benötigt eine Stellfläche von etwa 1 qm mit ca. 2 m Höhe. Die Installation ist übrigens in zwei bis drei Tagen erledigt.
6. Wann sollte eine Solarwärmeanlage eingebaut werden?
Bei bestehenden Gebäuden ist besonders eine anstehende Heizungsmodernisierung oder eine Dachsanierung günstig. Wenn eine Heizungsmodernisierung oder Maßnamen zur Wärmedämmung mit dem Einbau einer Solarwärmeanlage kombiniert werden, winken oft zusätzliche Fördergelder.
Beim Neubau sind die Bedingungen günstig, weil etwa 20 % der Kosten gegenüber einem nachträglichen Einbau eingespart werden. Wenn der finanzielle Spielraum fehlt, sollte auf jeden Fall eine spätere Installation vorbereitet werden: Der Einbau eines solar geeigneten Speichers und der Rohre ermöglicht später eine kostengünstige Aufrüstung.
7. Kann ich meinen kompletten Warmwasserbedarf durch Solarenergie abdecken?
Von Mai bis September ist die vollständige Deckung des Warmwasserbedarfs über eine normale Dimensionierung bei 1 bis 1,5 qm Kollektorfläche pro Person kein Problem. Um eine Deckung der Warmwasserbereitung von 100 % auch im Winter zu erreichen, müsste man diese Fläche vervielfachen. Angesichts der Kosten und der Überschussenergie im Sommer ist dies nicht sinnvoll. Im Winter dient die Solarwärmeanlage der Vorerwärmung des Kaltwassers, der Rest kommt von der Heizung. Eine gut dimensionierte Anlage kann in unseren Breitengraden über das Jahr gesehen 60 % des Wassers zum Duschen und Waschen erwärmen (solare Deckung).
8. Kann ich mit einer Solarwärmeanlage heizen?
Im Winter ist die Sonneneinstrahlung gering, der Heizbedarf jedoch groß. Es ist also vernünftig, zunächst an eine effektivere Dämmung des Hauses und an eine solare Warmwasserbereitung zu denken. In einem gut gedämmten Haus kann der Einsatz einer Solarwärmeanlage zur Heizungsunterstützung sinnvoll sein. In einem Niedrigenergiehaus kann die Solartechnik gegebenenfalls bis zu 100 % der Heizwärme und des Warmwassers bereitstellen. Je schlechter die Dämmung, desto kleiner wird dieser Prozentsatz.
9. Wie wird die Solarwärmeanlage vor Frost geschützt und wie hoch ist die Lebensdauer?
Die Wärmeträgerflüssigkeit, die sich im Kollektor und in den Rohren bis zum Speicher (Solarkreislauf) befindet, ist wie beim Auto ein Gemisch aus Wasser und Frostschutzmittel. Die verwendeten Glykole sind gesundheitlich unbedenklich und schützen die Anlage auch bei strengem Frost. Die Haltbarkeit von Solarwärmeanlagen liegt heute bei über 20 Jahren.
10. Ist die solare Warmwasserbereitung rentabel?
Für den privaten Verbraucher ist dies zurzeit zwar noch nicht die günstigste Art der Warmwasserbereitung, aber sie erhöht die Unabhängigkeit von den zu erwartenden Preissteigerungen der konventionellen Energieträger.
Eine Wirtschaftlichkeitsberechnung wäre abhängig von der Preisentwicklung der konventionellen Energie auf 20 Jahre im Voraus – und darüber kann heute nur spekuliert werden. In der Regel ist jedoch eine große Anlage zur Warmwasserbereitung und Heizungsunterstützung wirtschaftlicher als eine kleine Anlage, die nur das Trinkwasser erwärmt.
Übrigens: Der Einsatz umweltfreundlicher Energie lohnt sich schon jetzt für zukünftige Generationen.
11. Welche Fördermittel gibt es?
Es gibt öffentliche Fördermittel von Bund, Ländern und Kommunen sowie von Energieversorgungsunternehmen. Öffentliche Zuschüsse sind in der Regel nicht mit anderen öffentlichen Zuschüssen kombinierbar (Kumulierungsverbot). Gelder der Energieversorger und öffentliche Darlehen können jedoch zusätzlich zu öffentlichen Zuschüssen in Anspruch genommen werden. Grundsätzlich gilt immer, dass Anträge auf Förderung vor Baubeginn gestellt werden müssen.
12. Muss eine Solarwärmeanlage baulich genehmigt werden?
Nein, der Einbau einer Solarwärmeanlage bedarf keiner Baugenehmigung. Die Genehmigung bei denkmalgeschützten Gebäuden liegt im Ermessen des Denkmalschutzbeauftragen.
13. Wie hoch sind Betriebs- und Wartungskosten?
Bei einer Solarwärmeanlage benötigen die elektronischen Bauteile (Pumpe, Regler) Strom. Hier fallen Kosten von nicht mehr als 15 Euro pro Jahr an. Eine regelmäßige Wartung sichert die hohe Lebenserwartung der Solarwärmeanlage und kostet etwa 100 Euro. Im Gegensatz zur Heizungsanlage reicht jedoch eine Wartung alle zwei bis drei Jahre.
14. Wie teuer ist eine Solarwärmeanlage?
Die Preise für eine Anlage für einen 4-Personen-Haushalt liegen – je nach Anlage, Hersteller und Installationsaufwand – für die Trinkwassererwärmung zwischen 4.000 und 5.000 Euro. Eine zusätzliche Heizungsunterstützung beginnt mit Preisen ab ca. 7.000 Euro.
Anlagen mit Vakuumröhrenkollektoren sind etwas teurer als Anlagen mit Flachkollektoren. Diese Preise gelten für alle erforderlichen Komponenten inklusive Montage und Mehrwertsteuer. Mögliche Fördermittel sind dabei noch nicht berücksichtigt.
15. Wie werden sich Technik und Kosten entwickeln?
Alle Komponenten sind technisch ausgereift. Dank vorhandener Serienproduktion und Konkurrenz auf dem Markt ist auch die Preisentwicklung überschaubar. Zudem ist die Fördersituation zurzeit sehr günstig. Da konventionelle Energieträger sich zusehends verteuern, wird Solartechnik im Vergleich dazu immer preiswerter.
16. Was spricht für Solarwärme?
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Quellen: solarcontact GmbH, target GmbH, Bodo Grimmig